An der Boku lernen alle Erstsemestrigen beim Tutorium das Tüwi kennen und ein Großteil davon findet dieses Projekt super!
Das Tüwi befindet sich auf ÖH Flächen auf der Boku, das bedeutet, dass die ÖH Boku sich zu “unserem Studibeisl“ bekennt. Auch ein Großteil der StudentInnen bekennt sich zum Tüwi: Im Jahr 2006 haben sich 80 Prozent der Studierenden im Rahmen der Abstimmung über die Zweckwidmung der Studiengebühren an der Boku für den Erhalt und Ausbau des TÜWI-Gebäudes zu einem Studierendenzentrum ausgesprochen. Damals stand das Gebäude kurz vor der Rückgabe seitens des Rektorats, was ein Aus für den Tüwi bedeutet hätte. Die bagru*GRAS*boku hatte damals die Idee, mit dieser Abstimmung das Rektorat rechtlich daran zu binden und es ist uns auch gelungen.
Wir hätten keinen Tüwi an der Boku, wenn wir Miete für Räumlichkeiten zahlen müssten. Für uns an der Boku ist es klar, dass das Tüwi dazu gehört, wir sind quasi damit “aufgewachsen”.
Es ist allerdings NICHT selbstverständlich, dass StudentInnen einen Raum haben, wo sie hingehen können um nach einer Prüfung ein Bier/Saft zu trinken, sich mit einer Referatsarbeitsgruppe treffen oder einfach mal hinzugehen, ohne dass sie einem Konsumzwang ausgesetzt sind. Es ist auch nicht selbstverständlich, dass Angestellte in der Gastronomie fair bezahlt werden und ihren Arbeitsplatz mitgestalten können.
Das Studibeisl ist ein jahrelanges Projekt der GRAS an der Uni Wien, hinter dem sehr viel Arbeit steckt und das auch gut durchdacht wurde. Es gibt zu diesem Projekt einen Bussinessplan und es ist alles ordentlich und korrekt auf den Sitzungen der Universitätsvertretung der ÖH Uni Wien beschlossen worden.
Bei den 400000€ handelt es sich um Geld aus ÖH Rücklagen. Das bedeutet: die ÖH Uni Wien hat in den letzten Jahren nicht ihr gesamtes jährliches Budget verbraucht, sondern ein Teil davon ist in die Rücklagen geflossen.
Diese Rücklagen können auf der Bank bzw. in irgendwelchen Fonds rumliegen und Zinsen kassieren und dann noch mehr und mehr werden oder sie werden für Projekte ausgegeben, die den Studierenden etwas bringen. Die Mitgliedsbeiträge der ÖH sind nämlich dazu da um für Arbeit für Studis ausgegeben zu werden und nicht um Geld zu horten.
Die ÖH Uni Wien bekennt sich dazu, dass sie ein großes Projekt, wie das Studibeisl angegangen ist. Es ist nicht einfach von der Uni Flächen zu bekommen und da haben wir es nun selbst in die Hand genommen.
Aufschlüsselung der angenommenen Kosten:
- € 165.000 Ablöse
- € 20.000 Kaution
- € 12.000 Provision
- € 36.000 Miete für 2011
- € 50.000 laufende Kosten für 2011
- € 30.000 Startkapital
- € 80.000 Umbauten und Einrichtung
- € 393.000 Insgesamt für 2011
Das Beisl soll sich innerhalb von 3 Jahren selber tragen.Die AG hat offensichtlich Probleme mit den Grundsätzen des Beisls:
basisdemokratisch, feministisch, antisexistisch, progressiv, antidiskriminierend, antirassistisch, emanzipatorisch, ökologisch-nachhaltig, antifaschistisch, antinationalistisch, antiklerikal, antipatriarchal, antiheteronormativ, antikapitalistisch und solidarisch.
Ganz besonders haben sie ein Problem mit antiklerikal und antiheteronormativ. Wobei sie die Bedeutung der Wörter offensichtlich nicht verstanden haben.
Die GRAS bekennt sich zur strikten Trennung zwischen Kirche und Staat. Religion ist Privatsache und darf keinen Einfluss auf die politische Entwicklung in einem Rechtsstaat haben. Wir kritisieren die Kirche und nicht die Menschen, die einem Glauben angehören. Selbstverständlich sind auch Menschen mit offensichtlicher Zugehörigkeit zu einer Religionsgemeinschaft (Kopftuch, Kippa, etc.) im Studibeisl willkommen.
Zum Grundsatz antiheteronormativ:
Heteronormativität ist ein Begriff, der kritisiert, dass in unserer Gesellschaft heterosexuelle Bindungen zwischen Menschen der Normalzustand sind. Lesbische, schwule oder andere Liebes- und Lebensformen sind demnach in unserer Gesellschaft eine Abweichung dieser Norm und finden keine Zustimmung innerhalb der Mehrheitsbevölkerung. Die GRAS erteilt Homophobie eine klare Absage und setzt sich für die Gleichstellung aller Menschen ein.
Im Studibeisl ist es deswegen unmöglich, dass schwule oder lesbische Paare das Lokal verlassen müssen, weil sie einander öffentlich ihre Zuneigung zeigen. Das Studibeisl soll einen Raum bieten, in dem sich alle wohl fühlen und keiner Diskriminierung ausgesetzt sind.
Dass die AG den Grundsatz antiheteronormativ ein Dorn im Auge ist, lässt sich für uns nur folgendermaßen erklären:
- Sie wissen nicht, was es bedeutet
- Sie sind homophob
Wenn es andere Gründe hierfür gibt, mögen sie das bitte erklären.
Zum Grundsatz antikapitalistisch:
Das primäre Ziel des Studibeisls ist die Schaffung eines Freiraums für StudentInnen , an dem sie sich aufhalten können und wo sie auch Veranstaltungen organisieren können. Das Studibeisl ist antikapitalistisch, weil es nicht darum geht Profit zu machen. Die Angestellten werden fair bezahlt und haben auch ein Mitbestimmungsrecht. Dieser Grundsatz ermöglicht es, biologische und fair gehandelte Prodrukte zu leistbaren Preisen für StudentInnen anzubieten.
Wenn die AG behauptet, dass durch diese Grundsätze ein Großteil der StudentInnen diskriminiert wird, dann implizieren sie, dass ein Großteil der StudentInnen rassistisch, homophob, sexistisch, nationalistisch usw. ist. Und das möchten wir doch nicht hoffen!
In diesem Sinne:
Allen Unis ihr TÜWI!